Chorgeschichte - über 30 Jahre

Die Geschichte des byzantinischen ad-hoc Chores von Rorschach begann mit einem Projekt zur Mitgestaltung einer Osternachtliturgie im Jahr 1981. Ein gemischter Chor wurde zur Unterstützung des Schweizerischen Romanos Chores und des byzantinischen Chores von Weingarten ins Leben gerufen. Dirigiert von Niklaus Looser, diente er einerseits zur Verstärkung der beiden anderen Chöre und hatte dazu knapp ein Dutzend Gesänge allein einzubringen. Insgesamt sangen alle Chöre zusammen während vier Stunden diese byzantinische Liturgie von Mitternacht fast bis ins Morgengrauen des Osterfestes. Für alle Mitwirkenden wurde es zu einem so eindrücklichen, innigen Erlebnis, dass nach ein paar Jahren der Wunsch da war, dies wieder aufleben zu lassen. In der ursprünglichen Form war dies nicht möglich, was die von der byzantinischen Liedwelt Begeisterten nicht hinderte, einfach im kleineren Rahmen Gesänge aus der Osternacht-Liturgie oder aus der Ostkirche einzuüben.

Seit 1986 studieren jeweils von Neujahr bis Ostern etwa 40-50 Sängerinnen und Sänger byzantinische Chormusik ein, um in der Osterzeit Gottesdienste verschiedener Konfessionen zu bereichern. So konnten wir 2016 das 30-jährige Bestehen des Byzantinischen Chors feiern. Mit dem Namen „Byzantinischer Chor“ will der Chor zum Ausdruck bringen, dass er den ostkirchlichen liturgischen Gesängen, den Melodien und der Sprache der orthodoxen Christen verbunden ist. Byzantinisch meint also den Ursprung der Orthodoxie im alten Byzanz, das später von Moskau abgelöst wurde.

Die byzantinischen Gesänge werden in der slawischen Kirchensprache gesungen. Aussprache und Übersetzung sind in der Probenarbeit eine echte Herausforderung. Sich auf diese fremden Klänge einzulassen, ermöglicht einen tiefen, emotionalen Zugang zur slawisch-byzantinischen Kultur. Als ökumenischer Chor geht es uns nicht in erster Linie darum, einen möglichst korrekten ostkirchlichen liturgischen Ablauf zu bieten. Vielmehr wollen wir das byzantinische Liedgut und die damit verbundene Mystik in unsere abendländisch geprägten Gottesdienste einbringen.

Höhepunkte

Im Jahre 2000 gab der Chor im Rahmen der Sonderausstellung „Bilder göttlicher Gnade-Russische Ikonen des 15. bis 19. Jahrhunderts aus den Kunstsammlungen zu Weimar“ im Museum für Völkerkunde, St.Gallen ein Konzert. Am ersten A-cappella-Festival in Rorschach 2004 konzertierten wir gemeinsam mit dem Tablater Konzertchor in der evangelischen Kirche Rorschach. Mit einer Liturgie im byzantinischen Ritus feierten wir im April 2006 das 20-Jahr-Jubiläum. Beim anschliessenden Fest nahmen nicht nur die Sängerinnen und Sänger teil, sondern auch viele ehemalige Mitglieder, die so ihre Verbundenheit zum Ausdruck brachten. 2008 folgte der Chor einer Einladung ans Mokranjac-Festival in Negotin, Serbien. Diese Reise wurde zu einem bleibenden Erlebnis für alle. Negotin empfing uns mit beeindruckender Gastfreundschaft. Das Treffen mit den anderen Chören aus Serbien, Kroatien, Slowenien und Mazedonien war geprägt von Fröhlichkeit und Offenheit. 2012 beendete Heinz Meyer seine fast 10-jährige Zeit als Dirigent des Byzantinischen Chors mit einem konzertanten Auftritt am A-cappella-Festival Rorschach.

Im Frühling 2016 feierte der Chor sein 30-Jahr-Jubiläum mit einem Fest.

 

Dirigenten des Byzantinischen Chors:

2013-2019

Silviya Georgieva

2004-2012

Heinz Meyer

2001-2003

Beat Brunner

1999-2000

Mathias Kissel

1998

Eva-Maria Zanetti

1986-1997

Matthias Jungen

1981

Niklaus Looser